Historie

20 Jahre HANDICAP-SPORT IM SPORTBUND/DJK ROSENHEIM        Stand 2018

Reportage über sportliche Aktivitäten / Projekte  für Menschen mit  und ohne Handicap

Vor ca. 20 Jahren wurde die Abteilung Behindertensport im SB/DJK Rosenheim gegründet –
damals auf Anregung einiger sportbegeisterter Mitarbeiter der Wendelstein-Werkstätten für Behinderte und Unterstützung durch den Elternbeirat allein für SportlerInnen mit geistiger Behinderung.
Im Jahre 1995 kam es zum Zusammenschluß mit der damals neugegründeten Rollstuhlsportgruppe zu einer Abteilung, die unter dem Namen HANDICAP mittlerweile über den Rosenheimer Lokalsport hinaus Bekanntschaft erlangt hat.
Beide Gruppen organisierten einen getrennten Trainingsbetrieb, wobei man immer wieder auch gemeinsame Aktionen initiierte.
Momentan bestehen beide Sparten aus über 100 aktiven und auch passiven Mitgliedern. Durch  vielfältige sportliche Aktivitäten haben wir uns im Hauptverein SBDJK Rosenheim inzwischen voll etabliert. Rollstuhlsport und Sport für Menschen mit geistiger / mentaler  Behinderung erfreuen sich in Rosenheim und Umgebung immer größerer Beliebtheit. Nach nur fünf Jahren seit Gründung der Abteilung Handicap 1994, zählte der SBR mit Beginn des neuen Jahrtausends zu den erfolgreichsten Vereinen im Behindertensport in Deutschland !

Bei den Sportlern mit geistiger Behinderung, die von den beiden Fachübungsleitern Elfriede Rieger-Beyer und Joachim Strubel sowie Headcoach Balthasar Geidobler  mit Silvia Hofmann und Albert Goike und dem Trainerduo Gregor Möller /Michel Goupilleau in vier Sportgruppen betreut werden, haben sich neben dem Handicap-Basketball auch die Sportarten Floorball/Unihockey, Bowling und Fußball etabliert.
Beim Basketball stehen Aufwärmübungen mit basketballspezifischem Training und das gemeinsame Spiel dabei meistens im Mittelpunkt.
Mittlerweile gibt es auch ein Unified-Team, das bedeutet, dass nichtbehinderte und behinderte Sportler gemeinsam ein Team bilden und Wettbewerbe austragen.
Die Teilnahmen an verschiedenen Pokalturnieren und Meisterschaften von Eichenkreuz Bayern und Special Olympics Deutschland in den letzten Jahren sind
ein Indiz dafür, dass die sportlichen Aktivitäten in diesem Bereich stetig erweitert wurden und nicht mehr aus dem Sportprogramm wegzudenken sind. Im September – 2000 haben die Handicap-Basketballer aus Rosenheim erstmals an den National Games von Special Olympics Deutschland in Berlin teilgenommen und die SBR Fastbreakers konnten die Bronzemedaille erringen.
Absoluter Höhepunkt war nach der Qualifikation und der Goldmedaille bei den Special Olympics 2002 in Frankfurt die gemeinsame Teilnahme mit der Lebenshilfe Traunreut bei den Weltspielen 2003 in Dublin/Irland.
Dort errang das Team ebenfalls die Bronzemedaille.
Außerdem nahm man an den National Games in Hamburg 2004 ebenfalls mit Erfolg nicht nur im Basketball sondern auch im Bowling teil.
Auch im Fußball haben  die Handicap-Sportler bereits  gute Ergebnisse erzielt. Im Jahr 1998 wurde im Kleinfeld-Fußball die bayerische Meisterschaft und im Jahr danach  die Vizemeisterschaft errungen. Der erste Platz konnte 2004 in München im Dantestadion ebenfalls wieder erreicht werden.
Seit 2007 wurde durch die Initiative von Elfriede Rieger-Beyer die Sportart Floorball kontinuierlich mit ins Sportprogramm aufgenommen.
Zahlreiche Teilnahmen an regionalen (Reit im Winkl), nationalen (Bremen) und internationalen Turnieren (Bludenz) und die Auszeichnung als DJK-Mannschaft des Jahres 2010 auch mit Beteiligung nichtbehinderter Sportler im Team
zeigen die professionelle Jugendarbeit im Handicap-Bereich, die in den letzten Jahren vor allem von Elfriede Rieger-Beyer geleistet wurde. Trainingseinheiten mit den professionellen Lumberjacks aus Rohrdorf unterstützten die Foorballer bei der Vorbnereitung auf Großereignisse.
So konnte man 2011 erstmals ein Herbstfest-Floorballturnier  auf die Beine stellen.
Zum Anfang des Jahres 2013 nehmen Sportler des SBR im Floorhockey an den Special Olympics World Wintergames in Südkorea teil.
Außerdem finden auf Initiative der sehr engagierten Übungsleiterin jährlich Fahrten zum großen internationalen Sportfest in Verona, zum Schnupperkurs Rudern- und Kajakfahren in Oberschleiheim statt

Die Sportart Bowling erfreut sich in den letzten Jahren ebenso großer Beliebtheit, so dass wir im nächsten Jahr bei den Nationalen Special Olympics in München mit dem Rekordaufgebot von 12 Athleten an den Start gehen.
Dies ist in erster Linie Headcoach Balthasar Geidobler und den Betreuern Silvia Hofmannsowie Albert Goike zu verdanken.
Mittlerweile konnte man auch bei der Bowling-Weltmeisterschaft 2010 in München gegen das Team aus Malta Special Olympics-Bowling überregional präsentieren.
Im August dieses Jahres war das Team auch international bei den Österreichischen Meisterschaften in Wien vertreten.
 
Doch geht es in erster Linie nicht nur darum Titel und Pokale zu sammeln, denn die Freude an der Bewegung und das Gemeinschaftserlebnis durch den Sport und über den Sport hinaus sind wichtige Motive für die sportliche Betätigung der TeilnehmerInnen. Viele Mitglieder der Sportgruppe, die momentan aus über 50 Frauen, Männern  und seit 2002 auch aus vielen Jugendlichen besteht, sind sehr offen dafür, ihr sportliches Leistungsvermögen ständig zu erweitern.
Seit ca. sieben Jahren gibt es auch eine Kooperation mit dem Heilpädagogischen Zentrum Rosenheim, viele Jugendliche der Philipp NeriSchule und der Klara von Assisi-Tagesstätte konnten mittlerweile in das DJK-Vereinsleben integriert werden.

Zu den absoluten Highlights der letzten Sportjahre zählte jeweils das eigene Herbstfest-Basketball-Turnier mit internationaler Beteiligung, an dem mittlerweile vier gastgebende Teams in verschiedenen Leistungsgruppen teilnehmen.
2003 veranstaltete man im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung ein integratives Basketballturnier unter  Beteiligung der Damen-Bundesliga-Mannschaft des dreimaligen Deutschen Meisters TSV Wasserburg. Ein gelungener Beitrag zur Integration, da behinderte und nichtbehinderte Sportler in gemischten Teams gemeinsam aktiv waren.
Die letzten Jahre wurde man zum DBBL-Pokal Final Four nach Wasserburg eingeladen um zwischen den beiden Halbfinalmatches ein Einlagespiel mit der Behinderteneinrichtung der Stiftung Attel zu bestreiten.
So auch im entscheidenden Match um die Deutsche Meisterschaft  2011 zwischen Wasserburg und Freiburg stellten wir das Team Germany vor, das bestehend aus Sportlern des Sportbunds Deutschland bei den Special Olympics World Games 2011 in Athen vertreten hat. Oder auch im Rahmen der europäischen Basketballwoche von Special Olympics Deutschland und Fiba Europe durften wir mit den Teams aus Wasserburg und Kralove (Cze) zur Nationalhymne einlaufen.

Auch  haben wir die Eishockey-Profis der Star-Bulls Rosenheim schon mehrere Male Freundschaftsbegegnungen mit gemischten Mannschaften herausgefordert.
Regelmäßig kommen die Eishockey-Profis auch zum Training der Sportler mit geistiger Behinderung und nehmen auch besonders gerne am Herbstfest-Basketballturnier teil.
Viele Kontakte und Freundschaften zwischen nichtbehinderten (Leistungs-)Sportlern und Sportler mit geistiger Behinderung wurden geknüpft und weiter gefördert. Markus Wasmeier, Hansi Brei, Mondi Hilger um nur einige zu nennen.

Außerdem werden Verbindungen zu anderen Einrichtungen (Attel, Lebenshilfe Traunstein, Offene Behindertenarbeit  München) für Sportler mit geistiger Behinderung in der Region Oberbayern (und auch darüber hinaus) seit Jahren gepflegt. Verbindungen zum Team des Centro Sportivo Italiano aus Verona werden durch die Teilnahme an der La Grande Sfida (Die große Herausforderung) seit 2005 gefördert.
Im Rahmen einer solchen Veranstaltung haben wir die Rosenheimer Partnerstadt Lazise besucht und sind dort im Rahthaus empfangen worden.
Für ihre großartigen Erfolge wurden die Handicap-Sportler in der Vergangenheit beim Ehrenabend des Rosenheimer Sports im Kultur-und Kongresszentrum regelmäßig  bzw. beim Ball des Sports ausgezeichnet.

Viele Projekte / Aktivitäten zur Integration durch den Sport wurden bei uns bereits angestoßen und  praktiziert. Seit über 10 Jahren sind wir begeistert vom Special Olympics Sportkonzept.
Seit Anfang 2011 nennen wir uns Abteilung Handicap-Integrativ um das Unified-Sportkonzept (Nichtbehinderte treiben gemeinsam mit Behinderten Sport) weiter auszubauen um uns bald in eine Abteilung Inklusionssport weiterzuentwickeln.

Special Olympics ist mitterweile die weltweit größte – vom IOC offiziell anerkannt – Behindertensport-Bewegung. Im Oktober 2007 fanden die Weltspiele in Shanghai (China) statt. Unsere Sportlerin Charlotte Mötsch , die durch ihre Leistungen bei den National Games 2006 in Berlin im Bowling dafür nominiert wurde, konnte eine Gold- und zwei Silbermedaillen erringen !
Atheletensprecherin Martina von Bötticher war 2010 bei den European Summer Games in Warschau im Bowling dabei.
Und nach der Teilnahme im Basketball bei den Special Olympics Weltsommerspielen in Athen /Griechenland 2011 steht nun 2013 der nächste Höhepunkt mit der Teilnahme bei den Weltwinterspielen in Südkorea an. Weitere Erfolge feierte die Abteilung in den folgenden Jahren:
2013 bei den bayerischen Sommerspielen in Passau, 2014 bei den nationalen Sommerspielen in Düsseldorf sowie 2015 bei den regionalen Sommerspielen von Rheinland-Pfalz in Speyer. Deutschlandweit nahm man 2016 in Hannover und 2018 in Kiel teil. Hierfür qualifizierte man sich 2017 bei den regionalen Sommerspielen in Hof. Auch im Wintersport nahm eine Delegation 2015 in Inzell 2017 an den nationalen Spielen in Willingen (Hessen) teil. 2019 starten die Sportbund-Athleten in Reit im Winkl.

Michael Kalhammer wird seinen Verein in der deutschen Delegation bei den Welt-Sommerspielen 2019 in Abu Dabi im Bowling vertreten.



Joachim Strubel        
Fachübungsleiter „Sport für Menschen mit geistiger Behinderung“ und Abteilungsleiter


Rosenheim, im November 2018